Die Vielfalt der Kürbisse ist überwältigend. Unterschiedlichste Rundungen, warme Herbstfarben und salzig bis süsse Gaumenfreunden erfreuen das Herz. Aus über 80 Sorten wird am Chürbismärit vom 27.& 28. September 2025 in Gerzensee ein gemütliches, inzwischen zur Tradition gewordenes, geselliges Fest geschaffen.
Marianne Keusens Augen glänzen, wenn sie mir von ihrer Begeisterung für die Vielfalt dieses fantastischen «Beeris» erzählt. Die Sortenvielfalt, der Farbenreichtum und die unzähligen Zubereitungsarten habe sie schon immer fasziniert. Als die gelernte Gärtnerin vor mehr als 30 Jahren die Gelegenheit erhielt, auf einem kleinen Stück Land den Kürbisanbau zu versuchen, zögert sie nicht lange.




Legende: Chürbismärit Helfer*innen-Team
Sie bestellte Samen, zog Setzlinge und bepflanzte bald darauf ihr erstes Kürbisfeld. Marianne wurde nicht enttäuscht. Bereits im 1. Jahr fielen mehr Kürbisse an, als die Familie verwenden konnte. So bot sie die farbige Pracht an der Dorfstrasse zum Verkauf an.
Den Leuten im Dorf schien es zu gefallen und die Kürbisse fanden Absatz. Darauf expandierten Keusens und pflanzten auf der inzwischen gepachteten Parzelle voller Begeisterung mehr Kürbisse an. Schon bald fiel die Ernte so üppig aus, dass man entschied, einen Chürbismärit zu organisieren. Als das Schloss Gerzensee seinen Hof als Standort anbot, war der entscheidende Schritt gemacht. In diesem historischen Ambiente entwickelte sich der Chürbismärit mit seinem Angebot an Kürbisprodukten, Gastronomie und Kultur zu einem Anziehungspunkt für die Menschen. Mit dem Heranwachsen der Kinder war das Kürbis-Hobby bei Keusens allmählich zur Familiensache geworden.
Heute steht der Chürbismärit vor seiner 24. Ausgabe. Viel hat sich seit dem ersten Anbaujahr ereignet. Aufgrund hoher beruflicher Belastung wurde der Kürbisanbau und der daraus entstandene Chürbismärit mehr denn je zu einer Herausforderung. Vor drei Jahren gründeten sie mit Helfer*Innen den Verein Chürbismärit Gerzensee und konnten damit den Weiterverlauf des Anlasses für die Zukunft sicherstellen. Die Kürbisproduktion konnte Familie Keusen vor drei Jahren der Familie Tschannen-Glauser in der Rütimatt übertragen, welche seit dann die Kürbisse in Gerzensee für den Verkauf und den Chürbismärit produziert.

Am Telefon gesteht mir Marianne Keusen zwar, dass ihr die Weitergabe der Kürbisproduktion nach all den Jahren der Leidenschaft und der Freude nicht leichtgefallen sei. Aber glücklicherweise amtet sie weiter als Präsidentin und treibende Kraft im Verein Chürbismärit Gerzensee. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Familie, den Vorstandskolleg*Innen, allen Vereinsmitgliedern und weiteren Helfer*innen. So bleibt der Chürbismärit Gerzensee, Mariannes Herzensangelegenheit, als bodenständiger und Generationen übergreifender Begegnungsort erhalten. Möge das fantastische Beeri weiterhin für Vielfalt und Gaumenfreude sorgen.